Der steinige Weg hochsensibler Menschen zum Coaching

“Be the change you wish to see in the world.”


Mahatma Gandhi

Weshalb sich gerade hochsensible Menschen – speziell Mütter – oft kein Coaching gönnen…

Ein wenig beißt sich meine Business-Katze in den Schwanz… denn viele meiner potenziellen KundInnen möchten gar keine Coachingbegleitung in Anspruch nehmen. Weshalb das so ist?

  • Einerseits, weil Coaching etwas für sie Neues ist – und sie ungern ihre Komfortzone verlassen….
  • Andererseits, weil Unvorhersehbares dadurch zutage treten könnte – und Überraschungen lieben hochsensible Menschen nun wirklich nicht allzu sehr…
  • Weil Coaching Zeit in Anspruch nimmt, die man als oft überforderter, hochsensibler Mensch und ganz besonders als hochsensible Mutter zumeist nicht hat oder meint, sie sich nicht nehmen zu dürfen. Man hat ja genug andere Pflichten und Menschen, um die man sich zuerst kümmern muss – dann irgendwann bleibt vielleicht auch etwas Zeit für sich selbst übrig? Oder…?
  • Da sie meinen, alles alleine schaffen zu müssen, schließlich kommen andere ja auch mit ihrem Leben zurecht…?
  • Ja und weil Coaching zeigen könnte, dass es doch einige Baustellen im Leben gibt, Themen, die es zu bearbeiten gilt – und der Kopf hochsensibler Menschen ist doch ohnehin schon zum Bersten voll…


Ich kenne all diese Sorgen, diese Hürden, die gerade Hochsensible daran hindern, sich Unterstützung für den Umgang mit ihrem feinen Wesen zu suchen…

Gleichzeitig möchte ich Dir einfach sagen, dass Du durch das Ordnung-in-den-Kopf-bringen mittels Coaching sogar Zeit sparen kannst! Denn Du kennst Dich dadurch selbst besser, Deine Bedürfnisse und wie Du damit und Deinem Umfeld am besten umgehen kannst. Du entwickelst Strategien, um Dich etwas zu schützen, Dich selbst besser anzunehmen und vieles mehr.

Du wirst durch achtsame Unterstützung Wege finden, Deine Komfortzone zu erweitern – in Deinem eigenen Tempo.

Natürlich ist die Auseinandersetzung mit sich selbst nicht immer einfach, letztendlich macht sie jedoch immer Sinn und bringt unglaublich spannende Erkenntnisse – und das tut gut! Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, und genau deshalb begleite ich andere so gerne dabei 😊

Gute Gründe, sich unterstützen zu lassen, sind folgende Gewinne durch Coaching:

  • Ruhe, Sicherheit, Lebensfreude, Struktur und Klarheit, Erkenntnisse über sich selbst und diese mit dem engen Umfeld teilen können und somit eher verstanden werden.
  • Du erfährst, dass Du genau so richtig bist wie Du nun mal bist – und Dich selbst anzunehmen.
  • Du erstellst mit professioneller Begleitung Strategien für den Umgang mit Dir selbst und anderen – durch Grenzen setzen beispielsweise.
  • Du wirst Dein Familienleben wieder liebevoll und gelassen führen
  • Du lernst die positiven Seiten Deiner Feinfühligkeit kennen und wie Du diese für Dich und andere nutzen kannst.
  • Du reflektierst Deine ganz persönlichen Kraftquellen und Oasen der Ruhe, um Dich bei Bedarf dahin zurückziehen zu können.
  • Du erstellst einen für Dich stimmigen Tagesablauf und bringst so Stabilität in Dein Leben (welche gerade für hochsensible Menschen eine große Rolle spielt).
  • Du erweiterst Dein Komfortzone in Deinem Tempo, Schritt für Schritt – wie es sich für DICH richtig anfühlt.
  • Du gewinnst Zeit – und Zeitgewinn = Wirtschaftlichkeit 😉

Da ich selbst hochsensible Mama einer wunder-vollen Tochter bin, weiß ich, wie sehr man als feinfühliges, besonders viel wahrnehmendes Wesen von seiner Umwelt gefordert wird.

Vielleicht kann ich Dich ja genau deshalb dazu ermutigen, einen wesentlichen Schritt zu Dir selbst und zu noch mehr Lebensqualität zu machen. Gerne begleite ich Dich dabei!

Nütze jetzt die Möglichkeit eines unverbindlichen Erstgesprächs und kontaktiere mich. HEUTE. Damit Du Dein MORGEN aktiv gestalten kannst – so wie es Deinem Wesen entspricht.

Ich freue mich auf Dich 😊

Hochsensibilität oder „Die sanfte Stärke der Mimosen“

Hochsensibilität oder „Die sanfte Stärke der Mimosen“

Wer die Sanftmut als Schwäche sieht, verkennt ihren Mut…



Ernst R. Hauschka


Vielleicht kennt Ihr das?

Vielleicht kennt Ihr das? Ihr seid überfordert und habt das Gefühl, dass andere das Leben viel leichter nehmen können als Ihr?
Ihr fühlt euch oft anders, reagiert scheinbar schnell überreizt und nehmt besonders viel und intensiv wahr? Laute Geräusche, starke Gerüche, grelles Licht stören Euch mehr als andere?
Die Stimmungen anderer oder beim Betreten eines Raumes könnt Ihr förmlich spüren?
Längst Vergangenes hallt lange in Euch nach, wird wieder und wieder durchgekaut?
Ihr scheint eine viel kleinere Komfortzone als andere zu haben, denn Euch ist schnell heiß, kalt oder einfach alles zu viel? Hungergefühle lassen Euch ganz plötzlich „unleidlich“ und „zur Diva“ werden?

Wenn Ihr einige dieser Fragen[1] mit JA beantworten könnt, besteht die Möglichkeit, dass Ihr zu den 15-20 % der hochsensiblen Menschen (HSP, highly sensitive person) dieser Welt gehört.



Ein Wesenszug

Hochsensibilität ist keine Krankheit oder Diagnose, sondern ein Wesenszug, der in unserer Welt oft noch nicht bewusst wahrgenommen wird und häufig negativ behaftet ist.
„Du bist eine Mimose. Sei doch nicht so überempfindlich…“, „Verstehst du keinen Spaß?“, „Bist du schüchtern?“ und ähnliche Aussagen sind Euch vermutlich nicht fremd. Sie alle vermitteln: „Was stimmt nicht mit dir?“ – und ein langwieriges Ankämpfen gegen eine vermeintliche Schwäche beginnt…

Im Übrigen ist die in diesem Zusammenhang viel zitierte Pflanze zwar sehr berührungsempfindlich und reagiert stark auf diverse Schwankungen, gleichzeitig klappt sie jedoch nur den betroffenen Pflanzenteil ein, und der Rest bleibt unbeeindruckt. Nach einer Weile öffnet sie sich wieder und regeneriert sich…


Hochsensibilität – ein paar Fakten

Hochsensibilität ist eine neurologische Normvariante, die seit jeher im Menschen- und Tierreich zu finden ist. Früher waren hochsensible Menschen jene Mitglieder des Stammes, die durch ihre ausgeprägte Wahrnehmung frühzeitig vor Gefahren warnen konnten. HSP nehmen viel intensiver wahr und weisen mehr neuronale Verbindungen im Gehirn auf als normal sensible Menschen.

Wissenschaftlich erwiesen ist bereits auch, dass Hormone eine große Rolle spielen: HSP sind ständig „alert“, ihre Antennen stets ausgefahren, und sie haben schlichtweg eine andere Aufmerksamkeitsstufe als Normalsensible. Ihr Hormonsystem ist auf erhöhte Aufmerksamkeit ausgerichtet – dadurch nehmen Hochsensible mehr wahr und sind aus eben diesem Grund schneller überfordert und überreizt – dies ist allerdings als neurologische, körperliche Tatsache und nicht als Schwäche zu sehen.

Fachlich ausgedrückt: das häufigere Ausschütten von Adrenalin bei HSP sorgt für eine erhöhte Bildung von Cortisol (Stresshormon), welches bei hochsensiblen Menschen langsamer als bei normal sensiblen wieder abgebaut wird. Das führt unter anderem zur bereits erwähnten rascheren Überforderung, und daher benötigen HSP auch mehr Zeit zur Regeneration und ausreichend Ruhephasen.


Eigene Erfahrungen mit Hochsensibilität

Erst durch die Zeit nach der Geburt meiner Tochter erkannte ich, dass auch ich zu den besonders Feinfühligen dieser Welt gehöre, und das bereits von klein auf.

Ich hatte meine Schwangerschaft sehr genossen – bis auf anfängliche Übelkeit und die üblichen Beschwerden zu Ende des dritten Trimesters – und dann war sie da. Meine wunder-volle Tochter! Überrollt von so viel Gefühl, unfassbar viel Liebe und noch nie dagewesenen Emotionen und auch Ängsten fand ich mich in einem Zustand wieder, den ich so nicht erwartet hatte. Glücksgefühl und Traurigkeit über den abrupten Abschied von meinem bisherigen Leben (und so sehr man sich auch damit beschäftigt: man ist beim ersten Kind dennoch NIE auf das Elternsein vorbereitet!) lösten einander ab. Dieses Gefühlschaos, das Hin und Her und das damit einhergehende schlechte Gewissen (als frisch gebackene Mami müsste man doch ausschließlich überglücklich sein, oder?) quälten mich enorm! Bis ich durch liebevolle Begleitung und gezieltes Fragen erfuhr, dass ich möglicherweise zu den 15-20% an Hochsensiblen dieser Welt (HSP – highly sensitive person) gehörte…

Zuerst fühlte ich mich durch diese Erkenntnis nicht unbedingt getröstet. Zwar hatte ich endlich einen Grund für meine oftmals empfindliche Art, mein Zuviel-Denken, mein Verhalten in gewissen Situationen, mein Wahrnehmen von ALLEM – aber wie sollte ich nun damit umgehen? Ich lernte allmählich unterschiedliche Strategien kennen, und mit der Zeit erkannte ich, dass gerade in dieser Sensibilität viele meiner Stärken und Potenziale verborgen lagen: Einfühlungsvermögen, Situationen erspüren, Verständnis, Empathie und vieles mehr. Eigenschaften, die mich in meinem Coach-Sein tatsächlich sehr unterstützen!

Durch dieses für mich wirklich einprägsame Erlebnis nach der Geburt wurde mir klar, dass ich auch andere hochsensible Menschen, insbesondere Frauen und Mütter, in genau diesen Themen begleiten wollte.

Diese Erfahrungen teilen

Ich möchte meine Erfahrungen und das daraus resultierende Verständnis mit jenen Menschen teilen, die noch mit sich und ihrem feinfühligen Wesen hadern, die diese  Seite annehmen und die darin verborgenen Potenziale mithilfe achtsamer Begleitung entfalten möchten.

Denn hochsensible Menschen möchten

  • sich „normal“ fühlen, leichter mit Ihrer sensiblen Ader umgehen können und sich zu schützen lernen. Ihren Wesenszug annehmen und damit gut leben können
  • sich selbst besser kennen und verstehen lernen
  • auch von ihrem engen Umfeld verstanden oder zumindest nicht mehr abfällig als „Mimose“ abgestempelt werden
  • dass ihre feinfühlige Seite als das wahrgenommen wird, was sie ist: als Teil Ihres Wesens & als großes Potenzial, sich in andere einzufühlen, viel mehr wahrzunehmen und teilweise auch intensiver genießen zu können als normal sensible Menschen
  • für diese Seite anerkannt bzw. gesehen werden und diese sinnvoll einsetzen. Sinn ist generell ein wichtiges Element im Leben von HSP!
  • sich Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wenn sie diese mal benötigen
  • einen möglichst geregelten Tagesablauf und Rituale erschaffen, denn in Ihrem Kopf herrscht bereits genug Chaos

Ein guter Tipp

Ein guter Tipp dazu ist Bodenhaftung, sich immer wieder zu erden. Barfuß zu gehen, jedenfalls die Füße auf den Boden zu stellen. Auf die Atmung zu achten: in den Bauch zu atmen, denn auch dadurch balancieren wir unser Hormonsystem aus und vermitteln unserem Körper, dass er in Sicherheit ist.

Auch die Pause gehört zur Musik.



Stefan Zweig


Du musst da nicht allein durch…

Falls auch Du Dich durch meine Erzählungen angesprochen fühlst, Dich teilweise wiederfindest und Dich dabei von mir begleiten lassen möchtest, kontaktiere mich gerne für ein unverbindliches Gespräch.

Es tut einfach gut zu wissen, dass diese Herausforderungen auch andere kennen und dass diese mit vertraulicher und einfühlsamer Unterstützung gut zu meistern sind.

Durch die Ordnung, die Du mittels Coaching in Deinen Kopf bringst, sparst Du auf lange Sicht auch wieder Zeit, Lebenszeit. Denn Du verstehst dich selbst viel besser, lernst Deine Bedürfnisse kennen und wie Du damit und Deinem Umfeld am besten umgehen kannst 😊


Sich selbst wieder spüren

Dem Thema „Achtsamkeit“ messe ich in diesem Zusammenhang große Bedeutung zu. Gerade hochsensible Menschen können durch Achtsamkeitspraxis wieder mehr zu sich und einen liebevollen Umgang mit ihrem Wesenszug finden. Weiterführende Gedanken dazu findet Ihr übrigens in meinem Blogeintrag von Dezember 2018 😊

Den Puls des eigenen Herzens fühlen. Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern.
Wieder Atem holen lernen, das ist es.



Christian Morgenstern


Eine Herzensempfehlung

Ich darf Euch zu diesem Thema ein ganz besonderes Büchlein empfehlen: „Meine starken sanften Seiten“ von Irmi Riedl – ein (Über)Lebens- & Tagebuch
für die Hochsensiblen dieser Welt <3


Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling.
Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.


Hans Christian Andersen

[1] Die anerkannte Hochsensibilitäts-Forscherin Elaine N. Aron hat hierfür einen Test entwickelt. Dies ist ein Auszug ihrer Testfragen. Siehe auch Elaine N. Aron: Sind Sie hochsensibel?

Warum ich es liebe, Coach zu sein!

Warum ich es liebe, Coach zu sein!

Was Coaching ist?

Was Coaching ist?

Oft werde ich gefragt, was Coaching eigentlich genau ist…

…und zu gerne würde ich dann in zwei aussagekräftigen Sätzen erklären, worum es dabei geht. Leider ist das nicht möglich. Weshalb?

Weil es viel mehr benötigt, als für eine Stunde mit jemandem zu reden, um ihn wirklich begleiten zu können. Es braucht mich als Coach mit allem, was ich als Mensch bin – mit allen inneren Räumen, die ich zur Verfügung habe. Es geht um mein absolutes Da-Sein für genau diesen Menschen, der mir in diesem Moment gegenübersitzt. Es ist wichtig, mich frei zu machen von allem, was mich davon ablenken könnte. Denn es braucht mich mit allem, was ich an Tools, Techniken und Möglichkeiten der Begleitung gelernt habe, vor allem aber mit meinem Sein, hier und jetzt.

Für den anderen da und präsent zu sein, mit ihm mitzuschwingen, ihm Rückmeldung zu geben über das Viele in seinem Kopf, das er mit mir teilt – das ist es. Es geht nicht darum, Ratschläge zu erteilen, sondern mittels Techniken – aber mit noch viel mehr HerzHerzensraum! – den Raum zur Verfügung zu stellen, damit dieser mir gegenübersitzende Mensch die Lösung finden kann, die er bereits in sich selbst mitbringt, und die er allein bisher noch nicht zu bergen imstande war. Gemeinsam fördern wir zutage, was ihn darin stärkt, ganz er selbst zu sein und seinen individuellen Weg zu gehen!

 

Zu viele Menschen verschwenden wertvolle Zeit in wenig zufriedenstellenden Berufen und Lebensverhältnissen, anstatt sich mit kompetenter Begleitung auf die Suche nach ihrem persönlichen Lebensschatz zu machen.

Für meinen Coachingpartner ist es wesentlich, dran zu bleiben und tiefer zu gehen. Die Lösung – das Projekt, das Potential, die Idee, der Beruf – nach der er sucht – ist in seinem Inneren bereits vorhanden, auch wenn sie sich noch nicht ganz oder vollständig gezeigt hat.

Es gibt die Möglichkeit,

  1. sich eigenständig ans Werk zu machen, einige Bücher zum jeweiligen Thema durchzuarbeiten und zu versuchen, sich so selbst zu helfen
    ODER
  2. sich unterstützende & wertschätzende Begleitung für diesen wichtigen Prozess zu holen, der neben spannenden Erkenntnissen unter anderem auch mit mehr Klarheit und neuen Perspektiven gespickt sein wird.

Wenn wir am richtigen Platz, auf unserem Weg sind, dann geben wir das Beste, das andere von uns bekommen können. Hier bringen wir volle Leistung, sind motiviert, gefordert und erfolgreich – wir können wachsen und uns weiterentwickeln!

Weitere Informationen, was ich persönlich unter Coaching verstehe sowie über den Nutzen von Coaching, findest du hier 🙂

Gerne empfehle ich diesen Artikel – „40 Gründe, sich einen Coach zu suchen“ – von Jochen Mai, Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel, zuvor als  Journalist, davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche, tätig.

Habe ich Dein Interesse für Coaching geweckt?

Dann kontaktiere mich jederzeit gerne für ein unverbindliches telefonisches Erstgespräch oder per Mail.

Alles Liebe 😊

Nicole

Achtsamkeit – speziell zur Weihnachtszeit

Achtsamkeit – speziell zur Weihnachtszeit

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.
Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.

~ Thich Nhat Hanh, Das Glück einen Baum zu umarmen

Ich freue mich sehr, dass meiner Einladung zu einer kleinen Auszeit namens „Weihnachtliche Achtsamkeit“ in der Lebensgreisslerei einige TeilnehmerInnen gefolgt sind und dass unsere gemeinsame Zeit eine so stimmige, für alle Seiten bereichernde und gemütlich-achtsame war 😊

In diesem Blog-Eintrag möchte ich nochmals ein paar der letztens erwähnten Punkte nennen, um vielleicht auch auf diesem Weg so manche/manchen zu einer fröhlicheren und gelasseneren vorweihnachtlichen Stimmung zu inspirieren – if it doesn’t work, at least it won’t hurt 😉

Was versteht man eigentlich unter Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, mich selbst – meinen Körper, meine Gefühle, meine Gedanken – und meine Umwelt mit allen Sinnen bewusst wahrzunehmen und gleichzeitig wertfrei zu bleiben.

Die Autorin Doris Iding spricht in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Der kleine Achtsamkeitscoach“[1] von vier Grundhaltungen der Achtsamkeit:

  1. Annehmen, was ist: bedeutet nicht, Ja und Amen zu allem zu sagen; es geht darum, nicht zu kämpfen, sondern wertfrei, interessiert und offen bleiben; und zugleich Konsequenzen aus Wahrgenommenem zu ziehen.
  2. Nicht bewerten: der Mensch neigt dazu, sich ständig mit anderen zu vergleichen – so kann eine subjektive Sicht mit der Realität verwechselt werden. Treten wir also durch Achtsamkeit einen Schritt zurück und sehen mit etwas Distanz auf die Situation.
  3. Absichten loslassen: Dinge um ihrer selbst willen tun! Es geht nicht um das Ziel, sondern um das Innehalten, darum sich selbst zu spüren und im Jetzt anzukommen.
  4. Geduld üben: so werden wir im Umgang mit uns selbst wie auch mit anderen entspannter und großzügiger. Achtsamkeitspraxis unterstützt dabei.

Wir Menschen sind so gepolt, Situationen automatisch in „mag ich“ oder „mag ich nicht“ einzuteilen.

Damit einhergehend sind Habenwollen und Widerwille die zwei Verhaltensmuster, die laut Buddhas Lehren Leiden hervorrufen. Mit Achtsamkeit können wir den Geist jedoch beruhigen dieser wird im Buddhismus mit einem jungen Hund verglichen, der erst einmal zu erziehen ist, damit er nicht davonläuft oder Chaos anrichtet – ein sehr stimmiges Bild, wie ich finde 😊

Bedenken wir: Gedanken sind keine in Stein gemeißelten Wahrheiten! Allein durch das Benennen meiner Gedanken kann ich Abstand gewinnen und mithilfe von Achtsamkeit die Zeitspannen meiner inneren Dramen und Gedankenkaskaden verkürzen.

Wie wir wissen, beeinflussen Gedanken und Gefühle einander wechselseitig. Wir nehmen unsere Gefühle als absolut real wahr, können durch achtsamen Umgang damit jedoch lernen, sie zu erkennen, zu benennen und sie auszuhalten – ohne uns mit ihnen zu identifizieren. So gelingt es uns in weiterer Folge auch eher, sie wieder loszulassen.

Oft ist man gedanklich bereits bei der nachfolgenden Tätigkeit, meinend, man würde so Zeit sparen (z.B. Duschen und dabei an den anschließenden Termin denken) – ein Trugschluss. Man spart keine Sekunde ein, macht eher Fehler und bringt sich selbst gleichzeitig um schöne Momente in der Gegenwart. Und oft hängt man Vergangenem nach, was man hätte anders machen können und dergleichen – auch das ist schlicht und einfach nicht sinnvoll, und ein achtsamer Umgang mit uns selbst kann uns aus solchen Gewohnheiten herausholen.

Achtsamkeit ist also nicht nur Entspannung oder ein wohliges Gefühl – ich kann auch wahrnehmen, dass es mir gerade nicht so gut geht, dass mich beispielsweise gerade etwas innerlich stresst (z.B. Weihnachtseinkäufe erledigen). Wenn ich beispielsweise wieder das lange Zeit hoch gepriesene Multitasking betreibe, merke ich, dass ich statt mehr in der selben Zeit tatsächlich weniger schaffe, selten Dinge zu Ende bringe (das ist unbefriedigend, denn eigentlich möchte der Mensch Zyklen beginnen, das zu Erledigende tun und dann wieder abschließen) und somit unzufrieden mit mir selbst und meinem Tagesablauf werde.

Auch in solchen Fällen kann ich achtsam mit mir sein, indem ich meine Unruhe einfach einmal wahrnehme. Sobald ich in die Rolle des inneren Beobachters schlüpfe und nicht mehr gegen das Ungewollte ankämpfe, kann ich anders damit umgehen – ich reagiere dann möglicherweise nicht aus dem Affekt, wobei ich mich anschließend vielleicht über meine Reaktion ärgere, sondern agiere ein Stück weit aus dem Blickwinkel des Beobachtenden darauf und somit angemessener, aufmerksamer und vielleicht auch liebevoller.

In Bezug auf die Weihnachtsaktivitäten könnte ich also wahrnehmen, dass mich der damit verbundene Trubel gerade nervös macht. Wahrnehmen, ohne zu werten und ohne das Gefühl gleich wieder los werden zu wollen, und den Gedanken wieder ziehen lassen… Ich könnte sogar einen Schritt weiter gehen und denken, dass ich Glück habe, mich gerade in einem warmen Gebäude zu befinden, dass ich finanziell in der Lage bin, Geschenke zu kaufen, dass sich meine Lieben über meine Geschenkideen hoffentlich sehr freuen werden, und vieles mehr – so kann ich aus einem Minus ein Plus machen, wiederum ganz bewusst 😊

Auf jeden Fall kann ich erst dann etwas an einer Situation oder einem Lebensumstand verändern, wenn ich mich bewusst damit auseinandersetze – das kann zuweilen schmerzvoll sein, aber den Vorteil haben, uns Wege zu Veränderung aufzuzeigen.

 

NUTZEN von Achtsamkeit [2]

Regelmäßige Übung von Achtsamkeit kann physisch und psychisch nachhaltigen Nutzen bringen wie

  • Mehr Ruhe und Entspannung (z.B. traditionelle Gehmeditation, speziell bei innerer Unruhe)
  • Gesteigerte Energie und Lebensfreude > höhere Lebensqualität
  • Ein höheres Maß an Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz > durch besseren Kontakt mit mir selbst und meinen Potenzialen, mit meiner Einzigartigkeit!
  • Geringere Anfälligkeit gegenüber Stress, Krankheit und Angst – da der Körper sich die Regeneration nicht erst durch Kranksein holen muss, sondern durch Achtsamkeit ohnehin immer wieder auftankt
  • Größeres Mitgefühl mit uns selbst, mit anderen und auch unserer Mutter Erde

Im Jetzt zu sein ermöglicht, das Leben tatsächlich zu leben, statt es nur an sich vorbeirauschen zu lassen – ohne schlechtes Gewissen, Zeit zu „verschwenden“. Besonders bezogen auf die Weihnachtszeit wünschen wir uns doch eigentlich, diese schönste Zeit des Jahres wirklich genießen zu können, mit allem, was dazu gehört: dem Strandeln, dem gemeinsamen Essen, vor allem aber die Zeit mit jenen Menschen, die uns am meisten am Herzen liegen.

Es geht also darum, sich zu entscheiden, wirklich präsent zu sein. Verzichte ich z.B. auf eine aufgeräumte Küche, um die Zeit lieber mit meinen Gästen zu verbringen?

Einfach sein: aus dem Zustand des Tuns in jenen des Seins überzugehen bringt uns in die Lage, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Wiederum: ich muss jetzt nicht dieses und jenes erledigen, ich setze mich gemütlich zu den anderen und bin einfach da. Als Mama, als Papa, als Schwester, Bruder, als Tochter,…

Annehmen und agieren: Achtsamkeitsübungen beschäftigen Geist und Körper, helfen loszulassen und führen allmählich zu Gelassenheit und innerem Frieden zurück. Eine gute Möglichkeit wäre, eine davon VOR dem Eintreffen der Gäste zu machen 😉 So ist man innerlich gewappnet für alles, das da kommen mag.

Dankbarkeit und achtsames Mitgefühl sich selbst gegenüber sind heilsam und schenken inneren Frieden. Dankbarkeit stellt sich ganz von alleine ein, sobald wir uns all den kleinen, schönen Dinge in unserem Leben bewusst zuwenden. Ich sehe den Nadelbaum und merke, wie wunderbar er duftet! Ich freue mich über die Christbaumkugeln, die teilweise schon sehr alt sind und von lieben Menschen stammen, die heute vielleicht nicht mehr da sind.

Achtsamkeit im Alltag

Achtsamkeit ist also viel mehr eine innere Haltung, eine Lebenseinstellung als eine Fertigkeit. Man kann sie üben, als fixe Größe in den Tag integrieren und so (wissenschaftlich erwiesen) neue Nervenbahnen im Gehirn anlegen – so wie man positives Denken trainieren und bisher mitgeschleppte Denk- und Verhaltensmuster auf diese Weise allmählich durch neue, sinnvollere Gewohnheiten ersetzen kann.

Dies braucht natürlich Zeit und vor allem regelmäßige Wiederholung, doch mit Geduld, Entschlossenheit, Neugierde und vor allem einem Ziel, das uns am Herzen liegt (z.B. durch Achtsamkeit mehr Zeit für sich selbst gewinnen oder sich weniger Sorgen zu machen), kann es uns gelingen, diese Grundhaltung zu verinnerlichen.

Der Gedanke, uns solch zeitliche Freiräume zu verschaffen, ist oft mit Ängsten verbunden.
Angst, noch mehr Zeit zu verlieren, vor dem totalen Kollaps, wenn ich der Erschöpfung nachgebe, vor Verlust von Arbeit oder Prestige oder vor der unbequemen Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann.
Doch auch solche Ängste überwindet man wiederum am besten mit Achtsamkeitspraxis. Sie zahlt sich aus und verändert tatsächlich die Biochemie des Körpers und wirkt sich – wie eben erwähnt – auf die Hirnstruktur aus.

Tipp: Dran bleiben! Lieber kurze Übungen oder Meditationen machen statt sich zu überfordern und aufzugeben, diese dafür regelmäßig und bewusst 😊 Achtsamkeit ist eine Lebensweise und ein Übungsinstrument zugleich. Falls man rückfällig wird, einfach wieder neugierig und offen von vorne beginnen und sich nicht dafür verurteilen. Viel mehr die eigenen Bemühungen und Fortschritte anerkennen!

Wann immer wir bemerken, wieder per Autopilot unterwegs zu sein, können wir uns bewusst dafür entscheiden auszusteigen, neu zu beginnen, uns den Alltag achtsamer zu gestalten und wieder mehr im Jetzt zu sein.

Wie gelingt das im Alltag? Indem ich mir gezielt Inseln der Achtsamkeit für mich selbst, im Umgang mit anderen und im Berufsalltag schaffe.

Hier einige Beispiele:

  • Immer wieder auf den Atem konzentrieren. Atem ist Lebensenergie und ein Anker, und schon die reine Beobachtung des Atems kann eine Verbesserung des Wohlbefindens bewirken. Wir vermitteln somit unserem Körper, in Sicherheit zu sein.
  • Routinetätigkeiten achtsam tun, so als machten wir sie zum ersten Mal: Duschen (den Körper nicht wie eine Maschine betrachten, die zu funktionieren hat, sondern ihn verwöhnen und damit den Puls beruhigen und das Nervensystem entspannen), Essen (achtsam kochen und sinnvoll genießen!), Tee trinken (Teezeremonie),… „Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich Tee trinke, dann trinke ich einfach nur Tee.“
  • Meditieren, Yoga machen, Pilates, Tai Chi, sämtliche Arten von Körperübungen bzw. Bewegung, die wir gerne machen
  • Achtsam mit anderen kommunizieren, mir selbst dabei zuhören; gebe ich Raum und höre tatsächlich zu? Wie spreche ich? Wähle ich meine Worte aufrichtig, ohne punkten oder mich durchsetzen zu wollen? Ich-Botschaften senden und wirklich zuhören.
  • Zeitkiller ausschalten: speziell Internet!

Weitere Tipps für mehr Achtsamkeit im Alltag erfahrt ihr bei Bedarf gerne bei einem persönlichen Coachinggespräch.

Ich freue mich, falls jemand seine Erfahrungen mit dem Thema, die durch das eben Gelesene stimuliert worden sind, in den Kommentaren teilen möchte 😊

Genauso stehe ich jederzeit gerne für eure Fragen oder Anregungen zur Verfügung.

Ganz im Sinne der Achtsamkeit wünsche ich euch eine schöne, entschleunigte und friedvolle Weihnachtszeit <3

[1] Iding, Doris (2012): Der kleine Achtsamkeitscoach. Wie Sie im Jetzt ankommen und zu wahrer Gelassenheit finden. München: Gräfe & Unzer

[2] Collard, Patrizia (2016): Das kleine Buch vom achtsamen Leben. 10 Minuten am Tag für weniger Stress und mehr Gelassenheit. München: Wilhelm Heyne Verlag