Wie Du eine frischgebackene, hochsensible Mutter wirklich unterstützen kannst…

Wie Du eine frischgebackene, hochsensible Mutter wirklich unterstützen kannst…


Als unser Mäuschen knapp 3 Wochen alt war 💗


Ich erinnere mich gut an diese Zeit kurz nach der Geburt unserer geliebten Tochter…


Gut gemeinte Ratschläge prasselten auf mich ein, die mir jedoch das Gefühl gaben, es nicht richtig zu machen…
Es war ein Overflow an unterschiedlichsten Wahrnehmungen, Gefühlen und Gedanken, die teilweise ganz neu und für mich noch nicht zuordenbar waren, und die mir rasch zu viel wurden….

Unendliche Liebe, Glück, Sorge – alles zeitgleich… und immenser Druck, alles schaffen zu wollen und zu müssen, mein Baby so liebevoll und pädagogisch so perfekt wie möglich durch den Tag zu bringen, bis Papa endlich heimkommt, um diese zuvor uneinschätzbare Verantwortung endlich mit mir zu teilen…
Gleichzeitig das Hadern mit mir selbst, weil ich doch einfach nur überglücklich über mein wunderbares, gesundes Kind sein sollte und wollte!?

Wie erleichtert war ich, als ich 8 Monate nach der Geburt meiner Tochter durch liebevolle Begleitung erkennen durfte, dass ich nicht „komisch, falsch, überempfindlich, verkorkst, undankbar, …“, sondern schlicht und einfach hochsensibel war und bin!


Wie man nun also eine (hochsensible) Neo-Mami meiner Erfahrung nach am besten unterstützen kann?

💗 Einfach da sein, zuhören, KEINE Tipps geben (außer sie hat dezidiert danach gefragt)

💗 Etwas für sie kochen und ihr vorbeibringen, ohne sich selbst lange bei ihr aufzuhalten (denn zwischen etwaigen Still-Intervallen liegt oft nur wenig Zeit, zumindest war es so bei uns)

💗 Hilfe nicht nur anbieten, sondern einfach (angekündigt) vorbeikommen und tun, was gerade anfällt: Haushalt, Kochen, Baby bespaßen damit Mama duschen gehen kann, …

💗 Für sie einkaufen gehen, dazu kommt frau anfangs auch kaum bzw. fühlt sich so ein Einkaufstrip für frisch gebackene, hochsensible Mamis manchmal wie die Besteigung des Mount Everest an…

💗 Ihr Raum für IHR Wesen geben, denn in dieser Zeit nimmt das Baby (berechtigterweise) fast den ganzen Raum und jegliche Aufmerksamkeit ein

💗 Sei‘ darauf gefasst, dass ihre Grenzen sich verändert haben – so wie ihre Komfortzone > möglicherweise reagiert sie (noch) schneller über als vor ihrer Mutterschaft. Dann nimm‘ es nicht persönlich 😉

💗 Sprich bei Deinem (kurzen ;-)) Besuch auch über anderes als Babies – sie freut sich vermutlich, wenn sie neben Baby füttern und Windeln wechseln auch mal wieder geistiges Futter bekommt

💗 Übernimm‘ 1x Babysitting – aber erst, wenn sie sich zu dieser Trennung von ihrem Kind bereit fühlt 🙂

💗 Nimm‘ ihre vermeintlich übertriebenen Empfindungen und Sorgen ernst – für sie fühlen sich diese riesig, unüberwindbar und manchmal sogar lebensbedrohlich an – hier schließt sich der Kreis mit Überlegung 1 😉


Womit würdest Du diese Liste noch ergänzen? Schreibe Deine Gedanken doch gerne in die Kommentare.

Und falls Du Dir in diesem Zusammenhang ebenfalls verständnisvolle Begleitung wünschst, kontaktiere mich gerne via Mail oder ruf‘ mich an 😊

Es war nämlich genau diese Erfahrung, die mich auf meine Herzenszielgruppe aufmerksam hat werden lassen.
Durch die mir bewusst geworden ist, worauf ich mein Augenmerk als Coach legen möchte: auf die liebevolle, wertfreie Begleitung hochsensibler Frauen und Mütter!💗 Auf dass diese sich rascher etwas leichter mit all diesem Gefühlschaos tun dürfen als ich damals 😉


Alles Liebe 💗
Nicole


Foto: Barbara Lachner https://mysweetlittlebaby.at/

Hochsensibilität in der Arbeitswelt – Fluch oder Segen?

Meine hochsensible Stärke – Teil 8

Hochsensibilität in der Arbeitswelt – Fluch oder Segen?

„Für mich ist die Hochsensibilität etwas Besonderes.
Man kann sie als Fluch oder als Segen sehen, diese Wahl trifft jeder selbst.“

Zitat Verena


Schon viele Jahre kenne ich meine nächste Interview-Partnerin – und wie das Leben so spielt, hat uns das Thema der Hochsensibilität auch in diesem Fall wieder zusammengeführt 😊
Ich freue mich, Euch einen einfühlsamen Einblick in Verenas Leben als hochsensibles Kind sowie ihre spannenden Gedanken zur Hochsensibilität in der Arbeitswelt vermitteln zu dürfen!


Liebe Verena, vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast und Dir die Zeit dafür nimmst 😊
Wie bist Du eigentlich darauf gekommen, dass Du hochsensibel bist?

Ich habe mich oft gefragt: „Bin ich zu schwach für diese Welt?“ Besonders wenn es ums Arbeiten ging, denn da kam ich mit einigen (besonders unsensiblen) KollegInnen nicht gut zurecht. Mir war regelrecht schlecht in der Früh… Dann habe ich ein Buch entdeckt – „Die Berufung für Hochsensible“ von Luca Rohleder – und mich darin wiedergefunden! Ich musste richtig weinen, weil ich endlich eine Erklärung für mein „So-sein“ hatte. Ich war richtig erleichtert!


Das kann ich gut nachvollziehen, auch ich war damals froh, endlich einen Namen dafür zu haben, wenngleich auch nicht sofort davon begeistert, siehe „Meine hochsensible Stärke, Teil 1“… 😊
Verena, wie zeigt sich die Hochsensibilität bei Dir?

Sie zeigt sich besonders in plötzlichen Hungerattacken! Da werde ich „hangry“ 😉 Und ich habe immer schon lieber von außen beobachtet, war schon als Kind eher bei den Erwachsenen, weil mir andere Kinder oft zu laut oder zu wild waren. Da ich Gefühle anderer stark wahrnehme, wird meine eigene innere Ruhe durch dieses Laute und Wilde gestört. Ich habe mich immer gefragt, ob ich falsch bin. Durch das o.g. Buch habe ich mich verstanden gefühlt und gemerkt, ich bin ok so wie ich bin. Ich wollte meine Hochsensibilität auch nie „weghaben“, sondern habe die Erkenntnis darüber eher als Erleuchtung empfunden.


Das klingt sehr positiv und freut mich für Dich!
Welcher Deiner Sinne ist denn besonders stark ausgeprägt?

Mein Geruchssinn und mein 6. Sinn, alles Zwischenmenschliche und Feinfühlige nehme ich besonders stark wahr. Speziell in der Arbeitswelt, im Großraumbüro habe ich sehr darunter gelitten. In meinem jetzigen Job ist es optimal, da hängt nichts in der Luft, weil auch die Chefs schon auf gutes Klima achten.


Toll, wenn die Vorgesetzten ein gutes Gespür dafür haben!
Und in welchen Situationen nimmst Du Deine Hochsensibilität als Stärke wahr?

Für mich ist die Hochsensibilität etwas Besonderes. Man kann sie als Fluch oder als Segen sehen, diese Wahl trifft jeder selbst. Es ist wichtig, sich selbst annehmen zu können, selbstreflektiert zu sein.
Wo mir die Hochsensibilität hilft? Überall. Dabei, eine gute Mutter und einfühlsam zu sein. Beim Vorfühlen. Ich kenne mein Kind in- und auswendig, da unterstützt mich meine Intuition.
In der Arbeitswelt hilft sie mir dahingehend, dass ich Konflikte wahrnehme und deeskalieren kann, bevor sie ausbrechen – statt sie aufbauschen, können wir sie gleich ansprechen.
In meiner Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin habe ich gemerkt, dass mir meine Hochsensibilität im Kontakt mit Klienten ebenfalls sehr nützlich ist. Oft habe ich das Feedback erhalten, sehr reif für mein Alter, besonders feinfühlig und empathisch zu sein. Ich kann mein Gegenüber gut spiegeln und dessen Gefühle in Worte fassen.



Welchen Tipp bzw. welche Tipps möchtest Du anderen hochsensiblen Menschen mitgeben?

Nimm Dich an, wie Du bist – und mach‘ das Beste daraus.
Ich habe beispielsweise „aussortiert“ und geschaut, welche Menschen mir wirklich gut tun.
Und an alle hochsensiblen Mamas: „Du bist die richtige Mama für DEIN Kind“.


Was ist Dir mittlerweile oder durch unser jetziges Gespräch bewusst geworden? Was hast Du von Dir selbst erkannt?

Ich habe festgestellt, dass ich meine eigenen Themen noch mehr bearbeiten könnte. Und mir ist aufgefallen, dass ich total aufmache bei Dir 😊
Außerdem ist mir bewusst geworden, dass ich freundlicher und liebevoller mit mir selbst umgehen darf.


Ja, das dürfen wir alle, und die meisten tun sich recht schwer damit. Das Selbstmitgefühl zu kultivieren, damit würden wir uns selbst und unserem Umfeld wirklich Gutes tun 🙂
Wie geht es Dir denn jetzt nach diesem Interview?

Sehr gut. Ich bin erleichtert, weil mich das Thema schon lange sehr beschäftigt. Und ich fühle mich jetzt daran erinnert, wie schön es ist, hochsensibel zu sein! Danke Dir dafür, Niki 🙂
„Hab Vertrauen, alles wird gut“ – das würde ich den LeserInnen auch noch gerne mitgeben.


Liebe Verena, vielen Dank, das sind wunderschöne und perfekte Schlussworte! 😊
Danke für diesen Einblick in Deine hochsensible Kindheit und Dein ebenso feinfühliges Erwachsensein. Es war schön zu hören, wie Du diesen Wesenszug angenommen und Dir zu Nutzen gemacht hast! 🙂

Danke auch Dir für diese schöne Erfahrung! 😊


Gegen Hochsensibilität ist (k)ein Kraut gewachsen – Die Sinnlichkeit der Hochsensiblen

Meine hochsensible Stärke – Teil 7

Gegen Hochsensibilität ist (k)ein Kraut gewachsen
– Die Sinnlichkeit der Hochsensiblen


Ihr wisst, ich liebe meinen Beruf! Einer der vielen Vorteile daran ist, dass ich dabei immer wieder wunderbare, spannende neue Menschen kennen lernen darf 😊
So habe ich vor einigen Wochen bei meinem Workshop „Entfalte dein hochsensibles Potenzial“ CARINA getroffen, mit der ich das folgende Interview geführt und auch bereits über eine vielversprechende Zusammenarbeit für das kommende Frühjahr geplaudert habe – wir halten Euch auf dem Laufenden
😉
Und nun wünsche ich Euch einen interessanten Einblick in Carinas sinnliche Welt der Kräuterkunde!


Liebe Carina, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für unser Interview nimmst 😊
Wie geht es Dir im Moment?

Im Moment habe ich etwas mit Erschöpfung zu tun, als hochsensitiver Scanner bin ich immer im Spannungsfeld zwischen Ruhe und Action. Wobei die Action bei mir eher gemäßigt aussieht.
Vor drei Jahren habe ich beschlossen, meine Ängste zu überwinden und fahre seitdem auf der Autobahn, sowas ist dann auch schon Action für mich. Achterbahnen und Indoor Skydiving habe ich auch ausprobiert. Die eigene Komfortzone zu verlassen reizt mich immer wieder.



Du bist ein sogenannter „hochsensitiver Scanner“ – Anmerkung: Scanner sind besonders neugierige, wissbegierige Menschen mit vielen Begabungen, die das Gefühl haben, gar nicht all ihre Interessen in einem Leben unterzubringen. Hochsensitive oder hochsensible Scanner-Persönlichkeiten fühlen sich manchmal hin- und hergerissen zwischen ihren einander widerstrebenden Anlagen und Bedürfnissen (Ruhe vs. Tatendrang z.B.).
Carina, erzähle mir bitte von einer Situation, als Du Deine Hochsensibilität als Stärke wahrgenommen hast?

Das Sinnliche hat mich schon immer fasziniert, am Essen riechen, zu kochen und Wildpflanzen in der Küche auszuprobieren, das habe ich schon als Kind gemacht. Es gab eine Zeit, in der ich das sehr hintangestellt habe – im Rahmen meines Studiums, da es sehr technisch war – aber ich durfte wieder den Zugang dazu finden und mich an der Sinnlichkeit erfreuen.


Schön, dass Du diese alte Liebe und auch Fähigkeit wieder für Dich entdeckt hast 😊 Was meinst Du ist ausschlaggebend dafür, dass Du dabei die Hochsensibilität als Stärke wahrnehmen kannst?

Pflanzen zu erkennen und wahrzunehmen erfordert Vieles. Aktuell fahre ich – wenn ich wo eine Kräuterwanderung habe und gerade mit dem Auto unterwegs bin – und scanne währenddessen die Pflanzen ab. Ich brauche mich hier nicht großartig vorzubereiten, das sage ich nicht aus Überheblichkeit, sondern weil es so ist und ich so bin. Oft kommt das Sinnliche oder Übersinnliche in Form der Intuition als überheblich oder arrogant rüber, diese Erfahrung habe ich schon öfter gemacht, was ja für einen sensitiven Menschen sehr schmerzhaft sein kann – und das war es auch für mich. Ich nehme Stimmungen schnell wahr, und Meinungen von anderen kann ich an deren Gesicht und in deren Augen ablesen. Das klingt jetzt vielleicht für manche nicht sehr verständlich, aber auch das ist so. Ich habe gelernt, diese Wahrnehmung stehen zu lassen wie sie ist, ich muss nicht auf alles eingehen oder es auflösen, nur das für mich relevante 🙂


Diese Gedanken, die Du zuletzt beschrieben hast, kann ich sehr gut nachvollziehen… 😊
Carina, wobei hilft oder unterstützt Dich Dein feinfühliges Wesen?

Bei Vorträgen, die Stimmung des Auditoriums wahrzunehmen, darauf einzugehen und die Leute zu begeistern, sei es in der Lehre, Studenten zu motivieren oder in meinen kräuterpädagogischen Kursen, welche ich in der Freizeit abhalte.



Welcher Deiner Sinne – inkl. 6. Sinn – ist bei Dir besonders stark ausgeprägt?

Der 6. Sinn – ich spüre vieles auch wenn die Menschen nicht anwesend sind. Ich spüre den Stress der Arbeitskollegen, die Stimmungen meiner Familie und die Freude, wenn ich mit Menschen telefoniere, die sich am anderen Ende der Leitung freuen, inkl. meiner Freude.
Gefühle potenzieren sich dadurch – wenn sich mein Gegenüber freut, dann freue ich mich auch und es spürt sich alles sehr intensiv an. Es ist immer wieder ein Geschenk.


Schön, dass Du diesen 6. Sinn als Geschenk sehen kannst 😊
Was gibt es, das Du aufgrund Deines Wesens besonders gerne oder gut machst? Vielleicht bewundern Dich andere sogar dafür?

Ich glaube ich bin ein sehr emotionaler Mensch, schnell mal oben und schnell unten – switcht sehr bei mir. Mein Umfeld hat da oft mit mir zu kämpfen, weil meist das Verständnis dafür fehlt. Es sich betroffen fühlt, obwohl es gar nichts mit ihm zu tun hat. Aber in den letzten Monaten hab ich gelernt – unter anderem bei dir – mein Umfeld mitzugestalten und mir den Raum zu geben, den ich brauche. Mich mit den Menschen zu umgeben, die mich fördern, stützen und zu mir stehen.


Wobei bitten Dich andere oft um Rat oder Hilfe?

Beim Zuhören und wenn etwas sehr Tragisches passiert, bin ich schnell in der Mentorenrolle und für die anderen da, höre auch gerne zu. Ich ertrage es gut, tragische Dinge zu erfahren und zu erdulden und den Leuten hier Zuhörerin zu sein.


Wie könnte sich Dein Feingefühl auf Dein Umfeld, Deinen Beruf, Dein Leben auswirken?

Es darf alles noch leichter werden, mir ohne schlechtes Gewissen Ruhephasen zu gönnen und einfach mal das Handy abzuschalten, wenn es gerade nötig ist. In einer digitalen Zeit ist das oft sehr fordernd, aber wenn man sich dessen bewusst ist, dann geht es leichter.
Über die Pflanzen und die Beschreibung sowie die Vermittlung des Wissens darüber habe ich besseren Zugang zu mir und zu den Mitmenschen bekommen. Vorträge zu halten stresst mich natürlich auch, aber das ist das, was ein Scanner braucht, einen legalen Kick 😉
Früher habe ich dies einmal im Jahr beim Theater bekommen, und dann hat es mir wieder gefehlt, heute handle ich mich von Vortrag zu Online Webinar und es wird immer rhythmischer, wie mein gesamter Lebensstil. Ich liebe mein Leben und ich liebe mich, ja. Ich trau‘ mich, das in der heutigen Zeit zu sagen, gerade in der heutigen Zeit!
Ich fahre eine Stunde mit dem Auto, um einen lieben Menschen zu treffen, weil ich diesen Menschen treffen mag, weil ich Qualitätszeit verbringen kann und möchte.



Was ist Dir mittlerweile oder durch unser jetziges Gespräch bewusst geworden? Was hast Du von Dir erkannt?

Dass ich offen darüber sprechen mag und kann und dass dies auch erleichternd ist. Total.
Ich möchte verstanden werden, ich verstehe, dass andere diese Thematik nicht so leicht nehmen können, weil vieles zusammenspielt, aber ich bin immer ich, egal wie meine Gemütslage, meine Nervenrezeptoren im Körper geladen oder entladen sind.


„Ich bin immer ich“ – wunderbare Worte, die Du hier zum Abschluss gefunden hast. Gerade Deine Authentizität macht Dich so unglaublich sympathisch. 😊
Liebe Carina, herzlichen Dank für Deine offenen Worte und den Einblick in Dein schönes, feines Wesen!

Gerne! DANKE Niki für Dein tolles Interview! 😊