Meine hochsensible Stärke – Teil 2

Meine hochsensible Stärke – Teil 2

Es ist mir eine ganz besondere Freude, die Serie „Meine hochsensible Stärke“ mit der Geschichte meiner geschätzten Kollegin und lieben Freundin Sabine (ich darf ihren Namen nennen :)) fortzusetzen.
Sie erzählt ihre persönliche Stärken-Geschichte mittels Antworten auf jene Fragen, die ich zu Ende meines letzten Beitrages an Euch gerichtet habe.


Herzlichen Dank, liebe Sabine, für Deine offenen und wertvollen Zeilen, die bestimmt weitere starke, sanfte Menschen dazu inspirieren, ihre Potenziale ebenfalls mit der Welt zu teilen! <3


  • Wo gelingt es Dir, Deine Hochsensibilität als Stärke wahrzunehmen?

Generell versuche ich immer, meine Hochsensibilität als Stärke wahrzunehmen. Schließlich weiß ich nicht, wie es sich andersrum anfühlt. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld sehe ich Vorteile. Freunde schätzen meine Fähigkeit, gut zuhören und auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können. Im beruflichen Umfeld merke ich, dass mir Kunden gerne ihr Vertrauen schenken, weil sie sich verstanden und gut betreut fühlen.


  • Wobei hilft oder unterstützt Dich Dein feinfühliges Wesen?

Ich bin der Meinung, dass mein feinfühliges Wesen im Umgang mit jedem Menschen hilft. Jeder will sich verstanden fühlen und sich hin und wieder jemandem anvertrauen können. Ein empathischer, feinfühliger Mensch bietet genau das. Das hilft im Umgang mit Kleinkindern genauso wie mit Freunden, Businesspartnern oder alten Menschen. Glücklicherweise wird das Online-Universum nie die reale Welt ersetzen können. Man will sich trotzdem noch sehen und spüren.

Ich merke, dass ich Stimmungen sehr schnell wahrnehme und oft erkenne, wenn es jemandem nicht gut geht, obwohl das anderen zuweilen gar nicht auffällt. Außerdem habe ich schon ein Knistern zwischen zwei Personen wahrgenommen, lange bevor die beiden sich selbst etwas eingestanden oder andere die Beziehung entdeckt haben.


  • Welcher Deiner Sinne ist besonders stark ausgeprägt?

Mein Gehör ist wohl am empfindlichsten. Das bedeutet für mich, mir auditive Oasen zu schaffen, die mich im beruflichen Umfeld nicht ablenken. Kaum kommen plötzliche laute Geräusche auf, erschrecke ich mich, und mein Puls verlangsamt sich erst wieder nach einigen Minuten. Das bedeutet für mich, dass ich ein sehr ruhiges Arbeitsumfeld brauche, wo ich nicht von anderen abgelenkt werde.



  • Was gibt es, das Du aufgrund Deines Wesens besonders gerne oder gut machst? Vielleicht bewundern Dich andere sogar dafür?

Meine Merkfähigkeit in Sachen Gesichter und Namen ist überdurchschnittlich ausgeprägt. In den letzten Jahren habe ich mich darin im Verglich zu früher zwar etwas verschlechtert, aber das hängt wohl damit zusammen, dass ich nun mit fast 40 schon so vielen Leuten begegnet bin, dass die Festplatte wieder etwas Platz machen musste. 😉 Ich erkläre mir diese Merkfähigkeit so, dass ich bei Gesichtern sehr intensiv auf Details achte.


  • Wobei bitten Dich andere oft um Rat oder Hilfe?

Wenn es darum geht, Texte Korrektur zu lesen, werde ich sehr oft kontaktiert. Ich muss gestehen, dass mich das aber sehr freut, da ich es liebe, Schriftstücke auf Fehler durchzusehen. Außerdem kommt es oft vor, dass mich Leute um Feedback zu Projektideen bitten, da ich immer versuche, eine Angelegenheit aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Sehr häufig stehen aber auch private Angelegenheiten im Zentrum von Ratsuchenden. Ich glaube, durch mein offenes Ohr und meine empathische Art fühlen sich Leute mit ihren Angelegenheiten bei mir wohl und vertrauen mir auch gerne Geheimnisse an.

Sehr oft schüttet man mir das Herz aus, weil ich immer ein offenes Ohr habe. Natürlich macht dies aber auch etwas mit mir. Als empathische und feinfühlige Person kann ich Stimmungen von anderen spüren. Somit leide ich sehr oft mit und nehme Trauer wie meine eigene wahr. Hier muss ich bewusst darauf achten, mich abzugrenzen, da ich sonst komplett überfordert bin.


  • Welche Möglichkeiten könnten sich gerade dadurch für Dich ergeben?

Ich bin in der Beratung richtig aufgehoben. Als PR-Beraterin geht es mir darum, Unternehmen oder Einzelpersonen vor den Vorhang zu holen und sie dabei zu begleiten, den Weg an die Öffentlichkeit zu finden. Öfters können Wünsche oder Vorstellungen des Kunden nicht konkret formuliert werden. Hier gilt es, zwischen den Zeilen lesen zu können und einzubauen, was für den Kunden gerade richtig ist. Da jeder anders tickt und auch andere Vorstellungen hat, muss jeder abgeholt werden, wo er gerade steht. Journalisten, mit welchen ich in Kontakt trete, schätzen an mir meine Zuverlässigkeit und dass mein Wort Gewicht hat. Ich liefere rechtzeitig alles, was gebraucht wird und lege Wert darauf, Anforderungen zu erfüllen, wobei ich mich selbst nicht zu sehr in den Vordergrund dränge. Von Kunden bekomme ich oft das Gefühl, eine zuverlässige, sympathische Begleitung zu sein, die genau umsetzt, was gewünscht wird.

Neben der PR-Beratung baue ich gerade eine Plattform zum Thema Vollwertkost auf. Das Thema Ernährung liegt mir seit Jahren auf dem Herzen, und ich beschäftige mich selbst laufend damit. Auf meiner Seite www.vollwertigleben.at und meinen Social Media-Kanälen liefere ich Wissenswertes zur vollwertigen Lebensweise und biete Rezepte zum Nachmachen an. Das Feedback meiner Follower bestätigt mir, dass das Thema wichtig ist und sie sehr viel mitnehmen, was einfach in den Alltag integriert werden kann.


Vielen Dank, liebe Sabine, für diesen inspirierenden Einblick in Deine wundervolle,
feinfühlige Seele und Dein Vertrauen, diesen hier veröffentlichen zu dürfen! <3


Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.

Aus Afrika


Meine hochsensible Stärke

Meine hochsensible Stärke – Teil 1

Die Stärke in der Sanftmut erkennen…

Zuerst war da eine Idee…

Vor kurzem hatte ich die Idee, dass es spannend und bereichernd sein könnte, eine Reihe von „hochsensiblen Stärken“ zu veröffentlichen – mit Stärkengeschichten unterschiedlicher Menschen wie z.B. „X’s hochsensible Stärke liegt unter anderem in seinem Gespür für Tiere“… und Euch in regelmäßigen Abständen eine Person (je nach Wunsch anonym oder auch nicht) und deren hochsensibles Potenzial vorzustellen.

Wozu? Um zu zeigen, dass Feinfühligkeit keine Schwäche ist, sondern sogar ihre Vorteile hat. Um die positive Seite der Hochsensibilität mit der Welt zu teilen.

Gleichzeitig kann die Serie dazu beitragen, dass Hochsensible ihren Wesenszug erkennen, annehmen und für sich und andere nützen möchten. Und dass normal Sensible ihre teils feinfühligeren Mitmenschen noch besser verstehen können.

Ich beispielsweise habe anfangs mit der Erkenntnis über meine Hochsensibilität gehadert, mittlerweile bin ich davon regelrecht inspiriert, da ich so viel damit bewegen und weiterbringen kann, andere begleiten kann, mein besonderes Feingespür mir im Coaching ein wundervolles Hilfsmittel ist, …

Werde auch Du Teil dieser Serie

Wenn auch Du Teil dieser Stärkenserie sein möchtest – anonym, mit Initialen oder ganz offiziell – dann wende Dich sehr gerne an mich! Ich freue mich auf eine wunderbare, hoffentlich stärkende, Verständnis und Lebensfreude schaffende Initiative mit Dir und Euch!

Mit gutem Beispiel voran gehen

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, beginne ich heute mit meiner eigenen Person – meine hochsensible Stärke Teil 1 😊

Wie erwähnt, war ich anfangs gar nicht begeistert von dem Wissen, zu den 15-20% der hochsensiblen Menschen dieser Welt zu gehören. Am liebsten wäre ich „diese Sache“ gleich wieder los geworden! Doch mit der Zeit setzte ich mich damit und mit mir selbst noch intensiver auseinander, lernte zu erkennen, was ich brauche, um mit meiner Feinfühligkeit gut umgehen zu können und wie ich liebevoller mit mir selbst und anderen (auch zu diesem konkreten Thema) kommunizieren kann. Wie ich den Alltag meinem Wesen entsprechend richtig gut und erfüllend leben kann.

Erkennen persönlicher Potenziale

Was mir bei all dem half, war das Erkennen meiner persönlichen Potenziale, von welchen viele paradoxerweise auf eben diese Hochsensibilität zurück zu führen sind:

  • Meiner kleinen Tochter bin ich eine liebevolle, wertschätzende und verständnisvolle Mama <3
  • Ich bin eine einfühlsame Trainerin und Coach und als selbst Hochsensible eine authentische Vortragende. Es gelingt mir, auch Dinge nachzuvollziehen, ohne sie selbst erlebt haben zu müssen – das kann für mein Gegenüber sehr hilfreich und tröstlich sein. Meine KundInnen bekommen den Raum und die Resonanz, die sie für ihre persönliche Weiterentwicklung brauchen und im Alltag oft nicht finden.
  • Als gute Zuhörerin und empathische Gesprächspartnerin habe ich ein offenes Ohr für mein Umfeld.
  • Die Stimmungen meiner Mitmenschen spüre ich rasch und kann sie dort „abholen“ oder auch mal sein lassen, wo sie sich gerade befinden, kann mit meiner Diplomatie Harmonie schaffen.
  • Meine große Leidenschaft, die Musik, kann ich ganz besonders intensiv wahrnehmen – ich liebe es zu tanzen, zu singen und ganzheitlich – mit Leib und Seele – in der Musik aufzugehen.
  • Ich nehme mehr wahr als manch anderer Mensch und spüre auch mich selbst sehr gut – das hat mich vermutlich schon oft vor unangenehmen und gefährlichen Situationen bewahrt. Außerdem hat mich mein feines Gespür merken lassen, wenn ein Beruf oder eine Beziehung nicht mehr für mich stimmig war. Dazu gehört wohl auch meine Intuition, mein 6. oder 7. Sinn, wie man so schön sagt, mein Bauchgefühl, das bisher selten falsch gelegen hat.
  • Meine tiefe Wertschätzung für die Natur und für Tiere hängt ebenfalls mit meinem feinen Gespür zusammen.
  • Meine rege Fantasie lässt mich bereits seit Volksschulalter unterschiedlichste Geschichten schreiben – vielleicht veröffentliche ich ja auch ein Buch?
  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl: andere wissen, dass sie sich auf mich verlassen können.
  • Ich bin gewissenhaft, genau und erkenne rasch, wenn etwas nicht stimmt – daher lektoriere ich gelegentlich die Blog-Beiträge einer lieben Freundin. Auch mein hoher Sinn für Gerechtigkeit und meine soziale Ader dürften ein Stück weit auf meine Sensibilität zurückzuführen sein.
  • Es gelingt mir, unterschiedlichste Menschen oder auch Dinge miteinander zu verbinden und so einen Mehrwert für alle Seiten zu schaffen.
  • Hohe Selbstreflexion – wenn man schon „viel zu viel denkt“, hat man wenigstens ausreichend Gelegenheit, auch sich selbst zu hinterfragen 😉 Und je mehr ich mich kenne und verstehe, umso leichter kann ich mich selbst annehmen, wie ich bin – das schafft (nicht immer, aber immer öfter) großen Frieden und angenehme Stille in mir…
  • Ein weiterer wesentlicher Vorteil meiner hohen Sensibilität liegt zweifelsohne darin, mit Leib und Seele lieben zu können… <3
„Die eigene Hochsensibilität zu entdecken bedeutet,
zu wachsen wie ein Baum, der mit der Zeit Früchte trägt…“

Jetzt bin ich selbst überrascht, wieviel Positives mir dazu eingefallen ist! Da regt sich gleich ein alter Glaubenssatz „Sei nicht so unbescheiden“… Doch in dem Wissen, dass es hier darum gehen soll, auf die eigenen Stärken zu fokussieren und dass hochsensible Menschen eher Tief- als Hochstapler sind, lasse ich diesen hinderlichen Satz einfach wieder ziehen 😉

Vielleicht erkennst Du Dich in dem einen oder anderen Genannten ja sogar wieder?

Welche sind Deine sanften Stärken?

Meine Fragen an Dich:

  1. Wo gelingt es Dir, Deine Hochsensibilität als Stärke wahrzunehmen?
  2. Wobei hilft oder unterstützt Dich Dein feinfühliges Wesen?
  3. Welcher Deiner Sinne ist besonders stark ausgeprägt?
  4. Was gibt es, das Du aufgrund Deines Wesens besonders gerne oder gut machst? Vielleicht bewundern Dich andere sogar dafür?
  5. Wobei bitten Dich andere oft um Rat oder Hilfe?
  6. Welche Möglichkeiten könnten sich gerade dadurch für Dich ergeben?
  7. Wie könnte sich Dein Feingefühl auf Dein Umfeld, Deinen Beruf, Dein Leben auswirken?

Tobe Dich aus, lass es fließen… und freue Dich über die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben mögen!

Ich freue mich schon sehr auf Deine Antworten! 😊


“To be yourself in a world that is constantly trying to make you something else is the greatest accomplishment.”

Ralph Waldo Emerson

Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge

Wie wäre es mit einem Schuss Selbstmitgefühl?

„Damit jemand echtes Mitgefühl für andere entwickeln kann,
muss man zuerst ein Fundament haben, auf dem man Mitgefühl kultivieren kann.
Dieses Fundament ist die Fähigkeit, sich mit den eigenen Gefühlen zu verbinden
und sich um sein eigenes Wohlergehen zu kümmern.
Fürsorge für andere bedarf Fürsorge für einen selbst.“

Dalai Lama
Selbstmitgefühl heißt, liebevoll mit sich selbst umzugehen…

Die Basis für Mitgefühl

Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge haben nichts mit Egoismus zu tun! Selbstmitgefühl ist die Basis, um auch anderen mitfühlend zu begegnen.

Zunächst geht es darum, in uns selbst diese Kraft zu stärken. Im nächsten Schritt kann man Fürsorge und Mitgefühl auf andere ausdehnen. Erst wenn wir gut für uns selbst sorgen, können wir uns auch um andere Menschen kümmern.

Sich selbst (aus-)halten wie ein Kind

Selbstmitgefühl bedeutet, uns selbst mit ebenso viel Großzügigkeit und Respekt zu begegnen wie einem geliebten Menschen. Sich selbst zu halten wie ein Kind. Es beinhaltet auch, sich zu wehren und abzugrenzen und Nein! oder Stop! zu sagen. Selbstmitgefühl ist eine Begegnung mit sich selbst.

Empathischer Stress vs. Mitgefühl

Zu unterscheiden ist zwischen empathischem Stress und Mitgefühl. Ersteres meint: ich spüre, was du spürst und kann es nicht (aus)halten; Mitgefühl jedoch steht für: ich spüre, was du spürst, halte es aus und gebe Liebe dazu. Auf diese Weise kann ich gut für dich da sein.

Ein Gedankenexperiment zum Thema „Selbstmitgefühl“

Stell‘ dir vor, deine beste Freundin/ dein bester Freund wendet sich an dich mit den Worten: „Mir geht es nicht gut, ich habe ein Problem…“ – was wäre deine Reaktion?

Und nun stelle dir vor, du selbst hast ein Problem und richtest die gleichen Worte an dich selbst.
Wie reagierst du nun?

Dieses Experiment hat ergeben, dass 70-80% der Menschen mit sich selbst schlechter umgehen als mit anderen!
Warum eigentlich?

Sich selbst ein guter Freund sein…

Eine Lösungsmöglichkeit für mehr Selbstfürsorge

Die Lösung für dieses Dilemma liegt wiederum darin, das eigene Selbstmitgefühlmithilfe von Achtsamkeit zu kultivieren, indem wir

  1. Wahrnehmen, was ist: uns selbst (aus-)halten und wahrnehmen, was gerade passiert, was da ist und uns schmerzt. Diese Gedanken können wir kommen und auch wieder gehen lassen – wie Wellen, die an den Strand spülen und wieder ins Meer zurück gleiten.
  2. Annehmen, was ist: nicht durch Wegwerfen oder Verdrängen ist Veränderung möglich, sondern durchs Annehmen dessen, was ist – dadurch lerne ich mich auf eine freundliche Art und Weise kennen und habe so die Möglichkeit, den Schmerz zu integrieren – und durch diese Ganzwerdung kann Heilung stattfinden…

Es geht darum, sich selbst zu halten wie ein Kind, das eine Verletzung hat: „Ich tröste dich, weil es weh tut. Nicht, damit es vorbei geht.“ 

Meditation ist eine von mehreren Methoden, die „Muskeln“ aufzubauen, um sich selbst auszuhalten.

Selbstkritik und Selbsthass überwinden

Es gilt also, Selbstkritik und Selbsthass zu überwinden. Dies kann ungewohnt für uns sein, denn aufgrund gewisser Prägungen fällt es uns häufig schwer, genauso liebevoll mit uns selbst umzugehen wie mit uns nahe stehenden Menschen.
Durch Erziehung und gesellschaftliche Konventionen sind wir es gewöhnt, bei Schwierigkeiten selbstkritisch zu sein, uns zu verurteilen und somit destruktive Gefühle zu verstärken.

Förderlicher ist es jedoch, sich so fürsorglich um sich selbst zu kümmern wie um eine geliebte Person, so der klinische Psychologe Dr. Chris Germer aus Cambridge[1]. Studien bestätigen, dass erhöhtes Selbstmitgefühl förderlich für unser psychisches und körperliches Wohlbefinden ist und unsere Widerstandskraft (Resilienz) erhöht.

Wir können lernen, mit Leid und Schmerz auf gesündere Weise umzugehen, statt unangenehmen Gefühlen mit erbittertem Widerstand zu begegnen.
Außerdem dürfen wir erkennen, dass es auch anderen Menschen so geht – es ist menschlich, so zu empfinden.
Wir können uns selbst fragen, was wir in einer gewissen Situation brauchen und was wir einem geliebten Menschen in derselben Situation sagen würden.

Sich selbst in den Arm nehmen

Eine weitere Möglichkeit für mehr Mitgefühl mit sich selbst ist, sich selbst in den Arm zu nehmen. Wenn es einem nahe stehenden Menschen schlecht geht, machen wir das automatisch, um ihn zu trösten. Das Gleiche können wir auch für uns tun. Verschränke deine Arme und drücke dich. Oder lege deine Hand auf den Brustbereich – in die Herzgegend – und spüre die Wärme. Schenke dir selbst ein inneres Lächeln. Der Körper reagiert darauf, indem er beruhigende Hormone ausschüttet.

Übungen dieser Art oder auch die sogenannte Metta-Meditation („Metta“: aus dem Sanskrit: „Liebende Güte“) vermittle ich auch immer wieder gerne in meinen Workshops – falls du ebenfalls Teil davon sein möchtest, melde dich gerne bei mir! 😊

Dr. Kristin Neff, Forschungspsychologin an der University of Texas at Austin, entwickelte gemeinsam mit dem bereits genannten Dr. Chris Germer ein achtsamkeitsbasiertes Trainingsprogramm für Selbstmitgefühl: Mindful Self-Compassion (MSC).
Studien belegen, dass dessen Teilnehmer unter weniger Angst, Depression und Stress litten, mehr Widerstandsfähigkeit bei Belastung und Niederlagen und mehr Zuversicht, Weisheit und Lebenszufriedenheit erleben sowie eine gesündere Lebensweise pflegten. Zudem wurden sie von ihren Partnern als kompromissbereiter, konfliktfähiger und empathischer beschrieben.

Selbstmitgefühl macht also nicht egoistisch, sondern hilft dabei, Verantwortung für eigene unerfüllte Bedürfnisse zu übernehmen. Es schafft somit mehr Möglichkeit, um für sich selbst und andere auf authentische und nachhaltige Weise da zu sein.

Viele gute Gründe, um etwas selbstfürsorglicher mit sich umzugehen… 😊

Selbstmitgefühl: was könnte ich mir Gutes tun?

“Your relationship with yourself sets the tone for every other relationship you have.”

Robert Holden, britischer Psychologe, Autor und Rundfunksprecher



[1] Christoper Germer, Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl. Wie man sich von destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit, Arbor Verlag