„Die Lust zu brennen!“, Teil 3

„Die Lust zu brennen“

Teil 3/3

Authentische Kommunikation und persönliche Weiterentwicklung

Durch authentisches Kommunizieren teilen wir laut Stabentheiner ein Stück von uns selbst mit jemand anderem – es ist wie ein Geschenk von uns an den anderen. Wir treten dabei aus einer etwaigen Opferrolle in die Eigenverantwortung, formulieren Ich-Botschaften und werden dadurch eher verstanden.

Wichtig ist, das eigene Potenzial leben zu können und sich weiter zu entfalten. Das beschreibt auch Gerald Hüther in seinem Buch „Was wir sind und was wir sein könnten“[1]. Ohne Begeisterung funktioniert unser Gehirn zwar, es entwickelt sich jedoch nicht weiter. Dies fand ich insbesondere spannend, da gemäß Stabentheiner jene Menschen, die ebendiese ihre Potenziale nicht ausleben können, aus dem jeweiligen System zwangsläufig irgendwann ausscheiden, da sie ihre Begeisterungsfähigkeit verlieren. Im Nachhinein betrachtet war dies sicherlich mit ein Grund, weshalb ich meinen damaligen Arbeitgeber verlassen habe.
Das Wesentliche ist es aber doch, für die Welt da zu sein, die eigenen Schätze – seine Kompetenzen – zu teilen und genau das zu leben, was man ist.

Ein Wandel in unserer Gesellschaft

All dem zugrunde liegt meines Erachtens die Liebe – die Liebe zum Menschen, zum Leben selbst und zur Natur. Ich habe den Eindruck, dass sich die Einstellung vieler Menschen bereits dahingehend verändert und wir alte Denkmuster beginnen abzustreifen.  Diesem Wandel gegenüber empfinde ich eine große Freude und eine Hoffnung, aus der eine kollektive Kraft entstehen könnte, die Welt aus dem Funktionieren ins „das eigene Leben wirklich leben“ zu begleiten. Gleichzeitig stehen wir derzeit auch vor der Herausforderung, NICHT in alte Muster und Verhaltensweisen zurück zu fallen – speziell in Hinblick auf die momentanen Geschehnisse in der Weltpolitik und den Umgang mit Menschen, die Haus, Habe und Heimat verloren haben… Gerade in solchen Situationen einen Schritt weiter zu gehen, uns weiter zu entwickeln, zusammen zu halten, gemeinsam stark zu sein statt einander anzufeinden – eben zu teilen, was man hat und wer man ist, offen zu sein, es miteinander zu versuchen statt zu misstrauen – dies scheint eine der größten Challenges unserer Zeit.

Hüthers Meinung nach müssten Lebensbedingungen geschaffen werden, unter welchen man sich aus eigener Freiheit und Begeisterung heraus für etwas entscheiden und aktiv gestalten kann. Wir lernen und begeistern uns nur für die Dinge, die für uns subjektiv von Bedeutung sind, unabhängig von unserer Umwelt oder unseren Genen. „Nur wenn die emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert werden, geht auch die Gießkanne der Begeisterung an – und Begeisterung ist Dünger fürs Hirn.“, meint der Autor.

Bisher waren in unserer privaten und Arbeitswelt eher die braven Befehlsempfänger und tapferen Plichterfüller gefragt, vermeintlich jederzeit ersetzbare Zahnräder im großen System. Doch auch Hüther spricht darüber, dass sich die früheren Vorstellungen davon, was ein Staat, ein Kulturkreis, eine Familie ist und wofür diese Gemeinschaften geschaffen sind, allmählich beginnen aufzulösen… Es scheint demnach mittlerweile schon immer mehr sogenannte „Musterbrecher“ zu geben, die über das bisher Gültige hinausblicken und eine andere, neue Form des Zusammenlebens in dieser Welt für möglich halten. Wir könnten uns hier ein Beispiel an den Kindern nehmen, die hauptsächlich mit der Entfaltung ihrer Möglichkeiten, dem Aneignen von Fähigkeiten und Wissen beschäftigt sind und sich mit offenem Blick an der Buntheit und Vielfalt dieser Welt erfreuen.

„Denn Menschen haben sich nicht durch den braven Vollzug der Erwerbsarbeit, sondern durch die Arbeit an sich selbst aus dem Tierreich erhoben.“ – ein Gedanke, den Hüther von niemand geringerem als Friedrich Engels entlehnt hat.

Es braucht Menschen, die sich aus ihrem Hamsterrad befreien, die mitdenken, gestalten,….

Ich teile die Meinung des Autors, dass es Menschen braucht, die sich aus ihrem Hamsterrad befreien, die mitdenken, gestalten, sich einbringen, auch Fehler machen (um daraus zu lernen), gemeinsam nach Lösungen suchen und auf diese Weise aneinander und über sich hinauswachsen möchten – und genau damit neue Erfahrungsräume und andere Haltungen ermöglichen. Glücklich sei der Menschen laut Hüther nur, wenn er seine beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Nähe einerseits und nach Autonomie und Freiheit andererseits stillen kann. Er plädiert für Begeisterung anstelle von Stillstand – und ich für Menschen, die in sich und anderen die Lust entfachen wollen zu brennen!

Die Lust zu brennen – ich wünsche sie uns allen von Herzen!

Lichtermeer

[1] Gerald Hüther „Was wir sind und was wir sein könnten“

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